Freitag, 14. Juli 2017

10 wirklich wichtige Dinge, die ein internistischer Assistenzarzt in seinen Kitteltaschen mit sich herumträgt:



1.    Internistische Bücher. Schon zu Beginn meiner Karriere, dachte ich mir: Was wenn ich plötzlich ein Blackout habe?! Katastrophal, da stopfe ich lieber dieses ein oder auch zwei Kilogramm schwere internistische Buch in meine Tasche (fragt sich keiner wie das logistisch ging). Zack, bin ich auf alles vorbereitet. Haha. Tatsächlich schaute ich fast nie in dieses Buch und möglicherweise habe ich es jetzt nicht mehr dabei.
2.    Medikamentenbücher. Wer kann sich schon die 100 verschiedenen Blutdruck-kombipräparate merken oder den neuesten mit -mab oder auch auf -mib endenden Antikörper. WAS NEHMEN SIE? GROZUNUNUM? GROZININUM? Oh, ich sehe, dass ich ein Standardblutdruckmedikament, dem die Firma einen fancy Namen verpasst hat. Puh. Wenn ich cool wäre, hätte ich vermutlich eine App für das.
3.    Ein Super-EKG Lineal. Nichts beeindruckt andere Ärzte mehr, als ein Internist der vor dem EKG mit so einem Lineal herumfuchtelt und dann verkündet die QTc-Zeit wäre im Normbereich.
4.    Eine schwächliche Pupillenleuchte, deren Batterien kurz vor dem Versagen sind. Dies ist der Fabrik-Standardzustand der Leuchte. Glimm, glimm, ich weiß auch nicht, ihre Pupillen reagieren irgendwie nicht.
5.    Ein eigenes Telefon, das konstant klingelt. Manchmal auch zwei Telefone. Oder drei. Und einen Piepser.
6.    Irgendwelche Kugelschreiber, die möglicherweise jemand anderem gehört haben.
7.    Manchmal Textmarker: „Gahharghl Herr Oberarzt warum erschrecken sie mich so auf dieser Treppe. Jetzt ist mein Textmarker 5 Stockwerke runtergefallen!“ (Nein, ich weiß auch nicht wie ich das gemacht habe.) Naja, habe ich ja noch einen rosa Textmarker…“ „Ohhh Frau Zorgcooperations! So schööön! Bitte, bitte darf ich den haben?“ – „Öh, Schwester Melinda, aber ich brauche den noch.“ – „Biiiiiiiitte!“  „Na gut.“
8.    Ein Stauband zum Blutabnehmen. Blutabnahmetabletts sind nie vollständig, was man in der Regel erst am Patienten bemerkt: „Oh moment, lassen sie mich noch 2 Mal aus dem Zimmer gehen und Dinge suchen, die ich heute morgen auf dieses Tablett geräumt habe, die jetzt aber irgendwie woanders sind.“ Eigenes Stauband also. Und am besten eine eigene Pflasterrolle. Und ein paar eigene verpackte Nadeln. Und eigenes Desinfektionsmittel…
9.    Haufenweise krumpelige Notizzettel und Stationslisten, die als eine Art externes Gehirn dienen und deren Verlust zur Hauptkatastrophe des Tages ausarten kann. (Wenn es in deinem Kopf so aussieht, wie auf dieser Liste Frau Zorgcooperations, dann äh, fühle ich mich beunruhigt.)
10.  Ein tolles Stethoskop, welches sich in allen anderen Dingen in der Tasche verhakt … oder auch an Stuhllehnen, Türklinken und anderen Leuten.






Kommentare:

  1. Die Kugelschreiber, die die Ärzte mit sich rumtragen, sind alle von irgendwelchen Studenten "geliehen", denn die Regel geht so:

    1. Niemand leiht einem Studenten einen Kugelschreiber, weil er bald wieder weg ist.
    2. Der Student weiß sich nicht anders zu helfen, weil er sonst immer der Depp ist, der ohne Kugelschreiber dasteht, und bringt private Kulis von zu Hause mit
    3. Ein Student darf einem (Ober-)Arzt keinen erbetenen Kugelschreiber abschlagen, den er danach
    4. nie wieder sieht, weshalb er
    5. am nächsten Tag einen neuen von daheim mitbringt.

    Liebe Grüße von einer Studentin mit erschreckend wenigen Kugelschreibern daheim ;)

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  2. Haha, super, bin Anfänger in der Inneren und kenne das irgendwie...

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  3. Oh die Studenten-Kugelschreiber-Regel kenne ich auch noch aus meiner Studentenzeit :))

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    1. ...sprach Zorgcooperations, die jetzt eine große Ärztin geworden ist und dabei das Kugelschreiberlager von der Geber- auf die Nehmer-Seite gewechselt hat!

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